The Callisto-Way

The Callisto-Way

In der dynamischen Welt der Softwareentwicklung sind starre Organisationsstrukturen oft eher Ballast als Hilfe – besonders in kleinen, agilen Teams wie unserem „Callisto“1.
Dominik, Patrik und ich, Christoph, bilden dieses Trio, das sich täglich der Herausforderung stellt, vier Projekte gleichzeitig zu betreuen und voranzutreiben. Wir haben schnell gemerkt, dass die eine, wahre Methode aus den Lehrbüchern nur selten zu unserer Teamgröße und der Vielfalt unserer Aufgaben passt.

Flexibilität und Verantwortung

Anstatt uns in starre Strukturen zu pressen, haben wir unseren eigenen Weg gefunden. Dieser basiert auf Flexibilität, Mut zum Ausprobieren und kontinuierlicher Anpassung unserer Prozesse. Denn die Stärke kleiner Firmen und Teams liegt darin, dass wir uns nicht nach konzernweiten Standardlösungen richten müssen, sondern die Freiheit haben, die für uns passenden Werkzeuge zu wählen und bewusst von Standard-Vorgehensmodellen wie Scrum abzuweichen.

Diese Freiheit birgt jedoch auch Verantwortung: Ein Team muss reif genug sein, seine terminlichen, organisatorischen und technischen Herausforderungen zu erkennen und sie mit den richtigen Mitteln anzugehen - frei nach dem schwedischen Sprichwort: “Schlechte Handwerker klagen über ihr Werkzeug.”

Die Form folgt dem Bedarf

Anstatt von Dailies, in denen wir für unser Team keinen großen Mehrwert sehen, setzen wir beispielsweise auf ein wöchentliches „Weekly“. Dieses Meeting haben wir ebenso auf unsere Bedürfnisse adaptiert: Wir verzichten auf steife Agenden und lange Statusberichte. Stattdessen setzen wir auf einen offenen Austausch, bei dem jeder seine Fortschritte, Herausforderungen und potenziellen Blockaden kurz und prägnant schildert.

Wir nutzen das Weekly primär, um den Überblick über die Projekte zu behalten und gemeinsam Lösungen für mögliche Probleme zu finden. Manchmal ist es ein kurzes Update, manchmal eine intensive Brainstorming-Session, manchmal lassen wir es bewusst entfallen – die Form folgt dem Bedarf.

Whiteboard und Github-Wiki

Auch bei unseren Tools setzen wir auf eine pragmatische Mischung. Unser physisches Project-Board in Form eines Kanban-Boards ist der Kern unserer projektübergreifenden Organisation direkt auf einem Whiteboard an unseren Arbeitsplätzen. Es visualisiert Aufgaben, Status und Verantwortlichkeiten für einen schnellen Überblick.

Ergänzt wird das Board durch unser Markdown-Wiki auf GitHub für gemeinsame Übereinkünfte z.B. zu Commit Messages oder Pull Requests und diverse Canvas auf Slack zum Sammeln von Ideen, Abläufen oder Changelogs für den nächsten Releasezyklus. Die Werkzeuge dienen als unser kollektives Gedächtnis, um nicht bei jedem Problem von vorne anzufangen.

Kaffeeküchenspirit

Die Balance aus digitaler und physischer Organisation ist uns wichtig, ebenso wie der persönliche Austausch. Oft entstehen die besten Ideen und Lösungen bei einem perfekt gebrühten Espresso in der Kaffeeküche.

Diese physische Nähe trägt, ohne großen Organisationsaufwand, zur schnellen Klärung von Fragen bei und fördert zusätzlich den Teamspirit. Weiters nutzen wir Whiteboards für spontane Skizzen oder Brainstormings und manchmal hilft es einfach auch, ein Problem gemeinsam durchzudenken.

Alles in allem ist der „Callisto-Way“ keine starre Methode, eher ein flexibler Rahmen. Wir reflektieren regelmäßig unsere Arbeitsweise, probieren neue Werkzeuge aus und passen unsere Prozesse an, wenn wir merken, dass etwas nicht optimal läuft.

Diese kontinuierliche Weiterentwicklung ist für uns entscheidend, um den Anforderungen unserer vielfältigen Projekte gerecht zu werden und als Team effizient und motiviert zu bleiben. Wir haben gelernt, dass es nicht die eine, perfekte Organisationsmethode gibt.

Wir probieren verschiedene Vorgehensmodelle und übernehmen, was funktioniert.

Es ist diese Flexibilität bei der Auswahl der passenden Werkzeuge, die uns als kleines Team stark macht und uns erlaubt, auch mit vier anspruchsvollen Projekten erfolgreich zu sein.


  1. “Callisto” ist übrigens ein Jupiter-Mond, auch bei unseren Teamnamen wird sichtbar, wie weit wir über den Tellerrand hinausblicken. ↩︎