Vor 25 Jahren, im Oktober 1993, hat mit Software Engineering (SE) der erste FH-Studiengang in Hagenberg gestartet. Das erste Vierteljahrhundert wurde am 21.9. ausgiebig gefeiert.

Absolventinnen und Absolventen der SE-Studiengänge, aber natürlich auch Kooperationspartner aus Wirtschaft, Industrie, Verwaltung und Forschung begingen gemeinsam dieses Jubiläum.

Die softaware gmbh hat mittlerweile 13 “Hagenberger”-MitarbeiterInnen, ohne die Grundlage des SE-Studiengangs wäre die Erfolgsgeschichte unseres Unternehmens nicht möglich!

Nicht nur deswegen hat sich unser Geschäftsführer und nebenberuflich an der FH Hagenberg Lehrender Roman Schacherl in einem 5minütigen Livecoding mit Glückwünschen eingestellt. Hier finden Sie eine Nachschau über “Congratulations as a service”:

PS: Wenn nicht so viel gelacht worden wäre, hätt der Progress Bar leicht ausgereicht:-) und danke für den Fisch!

Herzlichen Glückwunsch!

In der Festschrift, die anlässlich des Jubiläums erschien wurde der folgende Artikel von Roman Schacherl abgedruckt:

Ich habe nie normal gearbeitet.

Zugegeben: Der Titel ist ein bisschen kokett gelungen. Aber es ist die Wahrheit: Ich war in meinem Leben nie Vollzeit angestellt. Mit 18 Jahren habe ich ein Einzelunternehmen gegründet und neben der HTL und dem Studium immer wieder kleinere Projekte für Kunden umgesetzt. Ein Privileg unserer Branche ist: wir brauchen zum Start nur einen Laptop. Und eine Kaffeemaschine.

Nach dem Ende des Software Engineering-Studiums an der FH Hagenberg (2010) stellte sich die große Frage: 100 % (oder mehr) Selbstständigkeit? Oder doch einige Jahre als Angestellter arbeiten und in einem etablierten Unternehmen Karriere machen? Benötigt man zunächst Berufserfahrung oder „darf“ man auch gleich sein eigener Chef sein?

Gemeinsam mit meinem damaligen Studienkollegen Daniel Sklenitzka fiel die Entscheidung für den Aufbau der eigenen Firma – und ich würde es wieder tun. Unter dem Namen softaware wurde 2012 eine GmbH gegründet, gemeinsam mit einem Team von ca. 20 MitarbeiterInnen erstellen wir maßgeschneiderte, innovative Software-Lösungen mit modernsten Technologien. Unternehmer zu sein bedeutet, ständig mit neuen Herausforderungen konfrontiert zu sein. Gleichzeitig werden Themen, die vor drei Jahren noch großes Kopfzerbrechen bereitet haben, zur Routine. Ich kann nur vage erahnen, was die Gründung und Führung eines Studiengangs an Aufwand bedeutet – aber zumindest die folgenden Parallelen traue ich mir zu:

Wachstum

Jede Unternehmensgröße hat ihre Besonderheiten. Alleine zu sein bedeutet, nur für sich selbst verantwortlich zu sein (herausfordernd genug). Zu dritt, mit engen, langjährigen Freunden zu arbeiten erfordert mehr Abstimmung und Diskussion, bringt aber auch die Verteilung auf mehrere Schultern und Köpfe. Der erste angestellte Mitarbeiter kostete mir dann wirklich schlaflose Nächte: ein Mensch vertraut mir, dass ich genügend spannende Tätigkeiten für ihn finde und sein Gehalt pünktlich überweise. Bei 5 MitarbeiterInnen benötigt es noch keine Prozesse, alles funktioniert auf Zuruf, jeder kennt jeden.

Mittlerweile haben wir für die 20 KollegInnen definierte Kommunikationswege, eine Ressourcenplanung auf Monate hinaus, Fortbildungs- und Teambildungsevents, eine Mitarbeiterin zur Organisationsunterstützung und vieles mehr. Wir denken permanent darüber nach, wo Strukturierung notwendig ist – und wo die einzelnen MitarbeiterInnen selbstständig entscheiden sollen. Es ist ein schmaler Grat zwischen Bürokratie und Chaos.

Der erste SE-Studiengang hatte 21 AbsolventInnen. Mittlerweile werden gleichzeitig 269 Bachelor- und 67 Master-StudentInnen für ihre Berufslaufbahn vorbereitet. Ich finde es großartig, wie der Standort trotz des immensen Zulaufs seinen Charme behalten hat und gleichzeitig perfekt organisiert ist. Mehr Studierende, mehr Lehrende, mehr Organisation und mehr Fläche.

Herzliche Gratulation zu 25 Jahren geordnetem Wachstum!

Ständiger Technologiewandel

Ein Kollege aus der Software-Branche hat vor Kurzem trefflich formuliert: „Sogar Milchprodukte haben ein längeres Ablaufdatum als so manches JavaScript-Framework.“ Technologien kommen und gehen, manche bleiben ein Hype, manche werden quasi über Nacht zum Standard. Alleine in den letzten 5 Jahren hat sich die Web-Entwicklung bei uns 4-5 Mal komplett geändert. Die ständige Auseinandersetzung und die Beurteilung von Neuerungen sind ein kritischer Teil unseres Jobs – und wenn wir auf das falsche Pferd setzen, sind die Konsequenzen für unsere Kunden schwerwiegend.

Unglaublich, mit welcher Weitsicht die handelnden Personen in Hagenberg 1993 agiert haben – und mit welchem Gespür seither der Lehrplan Jahr für Jahr entwickelt wurde. Denken Sie zurück an die Welt vor 25 Jahren. Was hat man damals unter Softwareentwicklung verstanden? Hagenberg macht seither vor, was wir auch in der Wirtschaft täglich versuchen: Nicht jedes Buzzword sofort überbewerten, aber auch keinen Trend verschlafen. Und ich bin ehrlich jedes Mal beeindruckt, wenn hauptamtliche Professoren mit unglaublichem Wissen und Erfahrung sich nicht zu schade sind, einen ehemaligen Studenten um seine technologische Einschätzung zu bitten.

Herzliche Gratulation zu 25 Jahren in dieser schnelllebigen Software-Branche!

MitarbeiterInnen

Die softaware wäre nichts ohne seine MitarbeiterInnen, es macht mir täglich Spaß, mit so einem Team zusammen arbeiten zu dürfen. Wie schwierig es derzeit ist, hochqualitative Software-Architekten zu finden, braucht hier nicht extra betont zu werden. Es ist aber auch entscheidend, ausgezeichnete MitarbeiterInnen zu halten und ihnen genügend spannende und herausfordernde Tätigkeiten anzuvertrauen, ohne einen nach dem anderen ins Burn-out rasseln zu lassen.

Das Kern-Team am SE-Studiengang ist seit Jahren erprobt und stabil und hat einen großen Anteil am Erfolg. Gleichzeitig wird auch jungen Lehrenden eine Chance gegeben und Frischluft hereingelassen.

Herzliche Gratulation zu 25 Jahren Stabilität und Qualität in der Lehre!

Ich bin stolz, was wir in der softaware bisher erreicht haben. Und ich bin stolz, ein Hagenberg-Absolvent zu sein und seit 8 Jahren auch nebenberuflich als Lehrender an meiner Ausbildungsstätte tätig sein zu dürfen.

Herzliche Gratulation zu 25 Jahren und alles Gute für die Zukunft!

Foto: © FH OÖ, Campus Hagenberg