Fehlt die Prüfung, läuft’s wohl nicht – weil ohne ordentliche Testphase einfach kein kompletter Entwicklungsprozess möglich ist. Weder bei Software, noch in der Automobilindustrie. Von den Parallelen und Herausforderungen erzählt uns Günter Schröfl, Leiter der Softwareentwicklung bei den KS Engineers in Graz. Gemeinsam mit softaware entsteht für die Prüftechnik-Spezialisten gerade „Tornado Charts“, eine Anwendung, die es ermöglicht, Messdaten in Echtzeit grafisch zu visualisieren.    

KS Engineers ist Experte darin, Prüfsituationen samt der dafür benötigten Umgebung professionell herzustellen. Warum braucht alle Welt automatisierte Tests?

Wir befinden uns genau wie unsere Kunden in zeitlich immer kürzeren Produktlebens- und damit Entwicklungszyklen. Daraus entsteht ein gewisser Zeitdruck. Die verwendeten und neu entwickelten Komponenten müssen aber selbstverständlich über die gesamte Lebensdauer den definierten Spezifikationen entsprechen. Überall wird mehr Komfort gefordert, was aber eine höhere Komplexität mitbringt. Damit alles den Standards entsprechen kann, muss vorab gewissenhaft getestet werden. Der Vorteil der Automatisierung in diesem wie auch sämtlichen anderen Bereichen ist es, dass schlicht schneller gearbeitet werden kann.

Wie kann man sich derartig verkürzte Entwicklungszyklen vorstellen?

Ein neues Produkt entsteht anhand Überlegungen zu seinem Design und seiner Funktionalität, dann dem Prototypenbau und der Testphase. Ab dem Prototypenbau befindet man sich in einem Kreislauf: Bereits während dem Bau wird getestet, die Ergebnisse fließen wieder zurück in die Konstruktion. In der ersten Phase werden Komponenten einzeln auf Herz und Nieren geprüft, dann erst zusammengefügt. Dies entspricht im Bereich der Softwareentwicklung dem Unit-Test. In Integrations-Tests wird das Zusammenspiel mehrerer Komponenten getestet. Es ist möglich, noch nicht verfügbare Komponenten durch Simulationsmodelle zu ersetzen und damit bereits zu einem sehr frühen Entwicklungs-Stadium die übrigen Bestandteile im Gesamt-Verbund zu testen. Wir können Testumgebungen selbst und Testumgebungen für Testumgebungen zur Verfügung stellen, damit die Realprüfung schlussendlich schneller vonstatten geht.  

Was sehen Sie als die größte Herausforderung dieser steigenden Geschwindigkeit?

Wir sind als Lieferanten von den Entwicklungen unserer Kunden abhängig. Diese wiederum reagieren damit auf den Markt und ihren Mitbewerb. Wir alle müssen da rasch mitmachen und up to date bleiben. Zudem ist es unsere Aufgabe, in diesen vielfältigen Entwicklungsprozessen die Komplexität weitgehend herauszunehmen oder wenigstens zu mindern. Im Vorfeld sollte so viel wie möglich bereits ausgetestet werden, damit die ersten Gehversuche leichter fallen. Sowohl diejenigen im Auto auf der Straße, als auch jene neuer Software-Anwendungen.