Programmierer leben vielfach mit einem etwas nerdigen Ruf. Tage- und nächtelang in abgedunkelten Räumen, nur von Bildschirmen erleuchtet, ernährt mit Junkfood, Kaffee und Energydrinks und die einzige Bewegung besteht aus jener der zehn Tippfinger.

Sie sollen im Umgang mit Mitmenschen etwas scheu, in direkter Face-to-Face-Kommunikation ungeübt und uninteressiert sein (vor allem in jener mit Nicht-Entwicklern) und tragen den Nimbus des unerreichbaren Experten vor sich her, natürlich sind sie männlichen Geschlechts.

Dieses Bild kennt man aus den Medien, aber es ist größtenteils falsch.

Trifft man viele Entwickler auf einmal (wie z. B. knapp 200 kürzlich beim Global Azure Bootcamp in Linz) relativiert sich das Bild schon und man kann diesen Kongress kaum von einem mit SozialarbeiterInnen oder BibliothekarInnen unterscheiden, außer natürlich im Frauenanteil. Veganes Essen, Obst und Kaffee, lange Pausen zwischen den Vorträgen und intensiver Austausch zu nicht ausschließlich fachlichen Themen prägten das Bild am GAB in Linz.

Arbeiten

Arbeitet man aber mit ihnen zusammen, schwindet das Klischee noch schneller. Allein schon optisch zeigen helle, lichtdurchflutete Büros (nur ab und zu eines mit geschlossenen Vorhängen (aber Markus, damit bist du noch kein Nerd😊)), viele Grünpflanzen, ein großer Besprechungstisch, Wuzzeltisch und Dartscheibe, dass hier nicht nur getippt wird.

Natürlich besteht ein großer Teil der Arbeit im Entwickeln von Software. Lt. Stackoverflow Studie 2018 verbringen über 50 % der professionellen Entwickler 9 bis 12 Stunden am PC und nur 1 bis 2 Stunden täglich im Freien. Rund-um-die-Uhr-Arbeiten entspricht aber nicht dem wahren Bild. Bei uns gelingt es sehr gut, die vereinbarte Wochenarbeitszeit einzuhalten und genügend Freiraum für die berühmte Work-Life-Balance zu bekommen.

Kommunizieren

Ohne soziale Kompetenzen und vor allem hohe kommunikative Begabung wird es nie gelingen, die Anforderungen von Kunden aus den verschiedensten Welten zu verstehen. Es bleibt gar nicht aus, dem Gegenüber genau zuzuhören und herauszufiltern, wie das Produkt nun genau sein soll. Auch unter den KollegInnen wird intensivst kommuniziert und ausgetauscht, da Teamarbeit ein sehr wichtiger Aspekt unserer Arbeit ist.

Mittagspause

Die Ernährung unserer Entwickler besteht keinesfalls nur aus McMenüs und Produkten vom Hendl-Peter gegenüber (außer am Donnerstag), wir essen wöchentlich seit kurzem knapp 6 kg Obst, halten uns an die Bewegungstipps des monatlichen Rundmails, kochen ab und zu gemeinsam, auch mit Salat und Gemüse.

Zweidrittel der Befragten in der Stackoverflow-Umfrage haben angegeben, noch nie eine Mahlzeit ausgelassen zu haben, um weiter produktiv zu sein. Ohne repräsentative Erhebung sind es bei uns vermutlich weit über 90 % der MitarbeiterInnen, die pünktlich gemeinsam essen und die Arbeit liegen lassen. Während der Mittagspause gibt’s nicht nur Fachgespräche, sondern spezifische Ratschläge zu Schimmel auf der Marmelade, dem professionellen Umgang mit Zucchini und dem Smoken von toten Tieren. Und sehr oft wird auch viel gelacht.

Nach der Arbeit

Unsere Entwickler haben ganz normale Hobbys, sie spielen Tennis oder Gitarre, wandern oder fahren Kajak, zeichnen oder sind auf Festivals zu finden. In der Umfrage gaben 80 % an, Coden auch als Hobby zu betreiben, das wird vermutlich bei uns ähnlich sein. Aber auch das ist kein Alleinstellungsmerkmal, professionelle MusikerInnen werden das auch so sehen.

Lt. Developer Survey haben knapp 30 % der Entwickler Kinder, hier haben wir noch etwas Nachholbedarf. Erst ein Kollege hat das (sehr süße) Foto seines Babys als Bildschirmschoner eingerichtet, aber das wird schon noch werden.

Altersschnitt

Aufgrund der Frische dieser Branche sind wir naturgegeben durchschnittlich jünger als andere Unternehmen. Laut Stackoverflow Studie sind 50 % der professionellen Entwickler zwischen 25 und 34 Jahren alt, bei uns liegt der Altersschnitt der Entwickler bei 28,7 Jahren, wir liegen voll im Trend.

Ganz normal

Wenn überhaupt, dann sieht ein typischer Softwareentwicklertag so aus: Der Programmierer kommt irgendwann ins Büro, geht pünktlich zum Mittagessen und fährt irgendwann wieder nach Hause, so wie alle anderen ArbeitnehmerInnen auch.

Die gesamte Studie findet sich hier zum Nachlesen: Stackoverflow Developer Survey 2018.